Hausaufgaben in Klasse 1

Wie schön wäre die Schule ohne diese elendigen Hausaufgaben. Ich habe die Zeit im Ganztag wirklich sehr genossen, die Übungszeit war einfach mit im Stundenplan eingetaktet. Hausi gab es dann immer nur am Wochenende.

Hausi aufschreiben

Im Ganztag haben wir immer ein kleines A6 Heft mit 4. Klass-Schreibzeilen hergenommen, das gleichzeitig auch als Kontaktheft mit den Eltern gedient hat. Gerade am Anfang bietet es sich auch an mit Kürzeln und Symbolen zu arbeiten. Ich habe nochmal die Abkürzungen meiner ersten 1. Klasse rausgesucht. Der Zettel mit der Eule im Bild. Diese kleine Übersicht hat damals ganz vorne im A6-Heft geklebt.

In diesem Jahr hatte ich dann zum ersten Mal eine „reguläre“ erste Klasse.
Meine Parallelkollegin versicherte mir, die Kinder merken sich das schon und so lernen Sie, gut aufzupassen bei der Hausaufgaben Besprechung. Das hat tatsächlich besser geklappt als befürchtet, bei einigen besser, bei anderen nicht so gut, so wie das eben immer so ist.

Nach dem Homeschooling bin ich im Frühjahr dann doch zu einem Hausi-Plan übergegangen. Durch den Wechselunterricht hatte ich besser die Übersicht. Es gab für Gruppe A einen Plan mit Ameise und die B Gruppe hatte die Biene als Symbol.

Nach Pfingsten waren wir wieder alle da und wir hatten ein A6 Faltblatt. Das ist zum einen ganz praktisch, weil die Kinder es bei sich im Federmäppchen deponieren können, auf der anderen Seite war es trotz der Neonfarbe einfach zu klein und verschlupfte sich doch recht schnell im Schulranzen oder blieb ganz zu Hause.

Hausi erteilen

Bei mir ist Hausaufgabe tatsächlich reine Übungszeit. Die Kinder sollen die Aufgaben ohne Hilfe von Zuhause erledigen können. Klar stellt man dann hin und wieder fest, dass man sich doch verschätzt hat, aber so grundsätzlich sollten die Inhalte und Aufgabenformate bekannt sein. Vom Umfang her habe ich immer einmal Mathe und einmal Deutsch aufgegeben, manchmal auch HSU oder Musik, aber eher als Ausnahme. Für die erste Klasse rechnet man immer so mit 20 Minuten Übungszeit. In der Realität unterscheidet es sich natürlich stark, wie lange die Kinder sitzen. Am Anfang des Schuljahres waren es nur vier Zeilen im Schreibheft.

Hausi einsammeln

Hausi wird nicht einfach abgegeben bei mir. Jede Hausaufgabe wird nachbesprochen, spätestens ab Weihnachten wird auch gemeinsam abgehakt und verbessert. Wenn wir eine Sache verbessert haben, gehen zwei Kinder herum und sammeln die Blätter von der ganzen Klasse ein. Das hilft mir dann auch beim Korrigieren, wenn der Stapel nur aus dem einen Blatt besteht und schon vorkorrigiert ist. Man weiß ja nach kurzer Zeit, wer da gewissenhaft ist und wo man besser nochmal nachschaut. Danach kommt die nächste Hausaufgabe dran, das kann auch mal nur heißen, dass alle das Blatt oder Heft vor sich hin legen und ich sehe, wer seins nicht gemacht hat. Oft frage ich auch, wie es so gelaufen ist und lasse die Kinder zeigen mit ihrem Daumen, ob sie es schwierig oder leicht fanden. Und natürlich immer die Kontrolle: steht der Name drauf? Mittlerweile auch: Sind alle Satzanfänge groß und hat jeder deiner Sätze einen Punkt?
Wenn ich Hefte einsammle, dann bringen die Kinder die selbst zum Stapel, und zwar aufgeschlagen auf der richtigen Seite. Das spart mir auch einfach Zeit, wenn ich nicht bei jedem Kind selbst nachblättern muss, wo denn jetzt die Hausi versteckt ist in jedem Heft.

Damit das alles einigermaßen zügig geht, ist die Routine von Anfang an: In der Vorviertelstunde werden die Hausaufgaben unter das Federmäppchen gelegt. Also die Blätter schon aus der Hausimappe geholt, die Hefte aus dem Schulranzen usw. So können wir nach unserem Guten-Morgen-Ritual direkt loslegen.

Alleine oder mit Hilfe?

Bei einer ersten Klasse kommt immer auch die Frage der Eltern: Wie sehr soll man helfen, eingreifen und unterstützen? Meine Antwort ist dann: Wenn Sie sehen, ihr Kind hat echt Probleme und Sie können helfen, dann sehr gerne. Dann aber bitte eine kurze Notiz oder ein Klebezettel „Es war zäh!“ – „Mit viel Hilfe von Mama/Papa…“ etc., damit ich das auch einschätzen kann. Tägliche Lesehausaufgaben gibt es auch – dazu werde ich aber einen eigenen Post schreiben.

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4 Antworten

  1. Anja sagt:

    Vielen Dank für die vielen Infos. Ich bekomme nächstes Schuljahr nach zwei Durchgängen 3/4 eine erste Klasse und bin schon ganz schön aufgeregt und voller Vorfreude! Vor allem die vielen kleinen Details (20 Minuten Hausaufgaben einplanen, HA in der Vorviertelstunde unters Mäppchen legen lassen und dann schon auf der richtigen Seite aufgeschlagen nach vorne bringen lassen) helfen mir sehr. Dankeschön! Anja

  2. Manu sagt:

    Hallo Frau Locke,
    ich finde die Einblicke in das Klassenzimmer immer sehr interessant, vielen Dank dafür!
    Das Thema Hausaufgaben finde ich für mich nach wie vor schwierig. Weniger das Notieren (da arbeiten wir in Kl. 1 mit einem Plan, auf dem die Kinder nur das entsprechende Symbol ankreuzen müssen bzw. die Seitenzahl dazuschreiben) als vielmehr das Kontrollieren der HA!
    Da habe ich für mich immer noch kein zufriedenstellendes System gefunden. Wenn es klappt, gehe ich mal rum, während die Kinder arbeiten und stemple etwas ab oder ich sammle ab und zu die Hefte ein und schaue dann nach. Aber das wirklich tägliche Besprechen und Kontrollieren funktioniert bei mir nie. Es nimmt auch so enorm viel Zeit weg 🙁
    Da habe ich noch keinen funktionierenden Weg für mich gefunden.
    LG Manu

  3. Julia sagt:

    Liebe Frau Locke,
    wir müssen jeden Tag (Mo-Do) Hausaufgaben geben wegen der Kinder, die im Ganztag sind. Da ich aber nicht jeden Tag in meiner Klasse bin, bekommen sie am Montag von der Englischlehrerin ihre (extra) Hausaufgaben-Hefte, den HA-Plan und eventuelle Arbeitsblätter ausgeteilt. Sie haben jede Woche je eine Aufgabe im Rechtschreiben (FRESCH-AB), Lesen, Grammatik und Schreiben. Die Kinder können selbst aussuchen, welche Aufgabe sie wann machen. Wenn Fragen da sind, fragen mich die Kinder, wenn sie mich im Unterricht haben. Freitags sammle ich die Hausaufgaben-Hefte ein und korrigiere: Die Hälfte nur auf Vollständigkeit (Zack, Stempel drunter), die andere Hälfte gründlich und eventuell auch mit Rückmeldung, wo nötig. Ich korrigiere sie auch direkt nach der letzten Stunde im Klassenzimmer und kann sie dann gleich wieder für Montag liegen lassen. Bisher hält sich der Aufwand so in für mich vertretbare Grenzen, ich muss nur immer schon am Donnerstag daran denken, die Sachen für nächste Woche fertig zu machen 😉
    LG Julia

  1. 18. Juli 2021

    […] Art von Hausaufgabenheft brauchts noch, dazu habe ich hier schon etwas geschrieben. Je nachdem, wie digital ihr schon aufgestellt seid, kann das ja dann auch […]

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