Schreibplan mit dem Faultier
In der Buchstabenheldin findet ihr ja immer wieder das Faultier als Symbol für langsames und genaues Sprechen und Aufschreiben der Wörter.
In meinem Unterricht nutze ich diese genauen Schritte:
- Ganz langsam und deutlich wie ein Faultier sprechen und dazu auch gleich eine Handbewegung als würde man ein Gummiband auseinanderziehen. Das Faultier dient da als gedanklicher Anker, das kennen die Kinder aus dem Kino. 🙂
- Für den zweiten Schritt schwingen (!) wir die Wörter mit dem Finger. In der Karibu Fibel sitzt da der kleine “Bu” auf dem Finger als Handpuppe, aber das braucht es nicht unbedingt. Wir schwingen, damit wir das Wort auch weiterhin beim Aussprechen deutlich hören können. In meinem Klassenzimmer klatschen wir niemals. Die Handbewegung beim Fliegen entspricht auch direkt den Silbenbögen und ich mache alles natürlich spiegelverkehrt.
- Jetzt versuchen wir die richtige Lautanzahl zu hören, das ist natürlich gar nicht so leicht und daher verwenden wir da möglichst lautgetreue Wörter mit wenigen Lauten. Und ja – ich nehme auch Wörter mit einem “a” hinten. Für jeden gehörten Laut kommt ein Muggelstein in die Silbe. Ich habe da blaue Plättchen und für die Silben kann man Karten legen oder wer es ganz fancy möchte, legt gerne auch die halben Vorhangringe aus Holz. Ich habe die auch im Klassenzimmer für den Kreis oder zum Zeigen vorne. Für die Hand der Kinder habe ich nicht genug Material und daher gibt es Kärtchen oder wir schreiben das ganze auf ein Blatt Papier ohne Zeilen.
- Anfangs zeichnen wir nur die Kugeln und schreiben noch gar nicht unbedingt die Buchstaben dazu. Da kann man die Kugeln dann anleuchten oder wenn man es mit Muggelsteinen legt, werden die Muggelsteine für die Leuchtis ausgetauscht durch gelbe.
- Im letzten Schritt werden dann auch die Buchstaben mithilfe der Lauttabelle dazu gelegt und auch nochmal angeleuchtet. In jeder Silbe sitzt ein Leuchti.
Ziel ist es, dass die Kinder recht früh verstehen, wie Wörter aufgebaut sind und dass in jeder Silbe einen oder mehrere Laute gibt und immer ein Leuchti dabei ist. Wir machen anfangs jeden Tag mindestens ein Wort gemeinsam, damit die Schritte klar sind. Wenn das läuft, kann man das ganze natürlich schnell auflösen und mit kleinen lautgetreuen Bildchen in einer Kiste arbeiten, die dann z.B. in ein Heft oder das Faltblatt geklebt werden.

Ich würde wirklich empfehlen, das Schreiben erst noch komplett ohne Zeilen und ohne Druck auf die Schönschrift zu machen. Die Kinder sind sehr motiviert dabei und sie dürfen selbstverständlich auch eine Wörter malen und schreiben, die ihnen gefallen. Die sind dann natürlich noch nicht rechtschriftlich korrekt, aber das halten wir an der Stelle mal aus. Wenn ein Kind nachfragt, ob es passt, sage ich aber natürlich schon “Da hast du dir ja was schwieriges ausgesucht, Erwachsene schreiben das so… Für dich ist das total ok so, prima! Wir lernen das alles noch.”
Viel Spaß mit dem Plan
Frau Locke



Vielen Dank für die so hilfreiche und genau beschriebene Anleitung und die tollen Materialien dazu.
So lernt man es nicht in der Uni und ist für mich als Anfängerin total hilfreich! DANKE!!!
Putzig mit Faultier- das gefällt den Erstis bestimmt – danke dir!
Ich freue mich schon darauf es einzusetzen.
Liebe Grüße, Petra.
Das kommt gerade richtig für meine neue Klasse. Vielen Dank
Sehr klar und ansprechend für die Kinder. Vielen Dank für’s Teilen! 🙂